Martin Beyer: Trakl-Roman

Hohensalzburg

Die Festung Hohensalzburg bei Nacht.

Angeregt durch ein Referat über Trakl in der 5A las ich gestern und heute den Roman „Alle Wasser laufen ins Meer“ von Martin Beyer, der das Leben Georg und Grete Trakls erzählt. Die berühmte Frage, ob es hier einen tatsächlichen Inzest gegeben habe, lässt der Autor offen. Grete wird jedenfalls als leidenschaftliche, aber unglückliche und drogensüchtige Frau präsentiert, die es vor allem auf Georgs Freund Erhard Buschbeck abgesehen hätte, der aber nicht anbeißen will. Erst spät lässt er sich von Grete verführen, die dann behauptet, von ihm eine Kind verloren zu haben.

Trakls ebenfalls äußerst schwierige Persönlichkeit wird recht überzeugend dargestellt, sofern ich das beurteilen kann. Jedenfalls hat der Autor die vorhandenen Trakl-Biographien gelesen und geschickt die Informationen eingebaut, natürlich selektiv (so erfährt man z. B. nichts von seiner einzigen öffentlichen Dichterlesung in Innsbruck).

Stilistisch macht Beyer nicht einmal einen Versuch, sich irgendwie der Diktion von vor hundert Jahren anzupassen, sondern er verwendet ein durchaus modernes Deutsch (so „ordert“ Trakl z. B. im Café ein Glas Wein). Das muss man akzeptieren.

Buchdaten:

Martin Beyer: Alle Wasser laufen ins Meer.

Roman,

Klett-Cotta 2009,

240 Seiten.

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Eingeordnet unter Deutsche Literatur

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