Follett: Fall of Giants

Wolfgang Krisai: Explosion. Aquarell.

Wolfgang Krisai: Explosion. Aquarell.

Eigentlich war es verrückt, ausgerechnet knapp vor der Matura zu diesem riesigen Wälzer mit 850 großen, eng bedruckten, englischsprachigen Seiten zu greifen. Ich wollte auch nur ein bisschen hineinschnuppern. Vergeblich. Ich kam nicht mehr los und fraß mich innerhalb weniger, aber extrem leseintensiver Tage (die Pfingstferien kamen mir da sehr zugute) durch das gewaltige Werk. Zum Glück erwies sich mein schon lange nicht mehr trainiertes Englisch als ausreichend sattelfest, sodass ich nicht ständig im Wörterbuch nachsehen musste.

Follett schreibt dermaßen spannend und interessant, dass man dieses Buch als ein Meisterbeispiel für das berühmte „delectare et prodesse“ bezeichnen kann. Dabei bedient er sich nicht etwa so dämlicher Spannungstricks wie der berühmte Dan Brown, sondern er erzeugt die Spannung durch abwechslungsreiche und vor allem inhaltliche Mittel.

Worum geht’s?

Laut Ken Follett, den ich auf der Buch Wien 2010 erlebte, wo er mir den Band auf signierte, ist das der erste Band einer „Quintologie“ über das Zwanzigste Jahrhundert, und im Großteil des Buches geht es um die zeit des Ersten Weltkriegs. Man erlebt den Krieg aus dem Blickwinkel verschiedenster Betroffener: des Walisischen Adeligen Fitzherbert, der als Offizier mitkämpft; des aus dem gleichen Waliser Ort stammenden Bergarbeiters Johnny, der als Korporal im Schützengraben kämpft und sich bewährt; dessen Schwester Ethel, die von Fitzherbert geschwängert wurde und gemeinsam mit dessen Schwester Maud für Frauenrechte und Frieden kämpft; der von Walter von Ulrich, eines deutschen Diplomaten, der kurz vor dem Krieg im Geheimen Maud geheiratet hat und nun gegen die Nation seiner Gattin sein Gewehr richten muss; der des amerikanischen Präsidentenberaters, der zur Waffe greifen muss, als Amerika schließlich in den Krieg eintritt; der des einfachen russischen Arbeiters Grigorij, der eigentlich nach Amerika auswandern wollte (aber seinem Filou von Bruder den Vortritt ließ, um diesen vor einer Verfolgung wegen Mordes zu retten), nun aber an die desorganisierte russische Front geschickt wird und später eine wichtige Rolle bei der bolschewistischen Revolution spielt; der seines Bruders Lew, der in Amerika die Verlobte des Präsidentenberaters schwängert und diese heiraten muss und damit Mitglied eines mafiösen Familienimperiums russischer Einwanderer wird, aber schließlich auch in den Krieg ziehen muss.

Die Handlung im Detail wiederzugeben würde jetzt zu viel Zeit brauchen. Sie war jedenfalls so packend, dass ich unbedingt gleich den passenden Band der Fischer Weltgeschichte nachschieben musste.

Buchdaten:

Follett, Ken: Fall of Giants.

Roman.

850 Seiten.

Deutsche Ausgabe: Sturz der Titanen.

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Eingeordnet unter Englische Literatur

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