Scrase: Wilhelm Lehmann

Wolfgang Krisai: Lichtung. Aquarell.

Wolfgang Krisai: Lichtung. Aquarell.

Sehr interessant, diese Biographie des in unseren Breiten vollkommen unbekannten Wilhelm Lehmann (1882 bis 1968).

Ich wollte sie haben, weil mich einerseits Lehrmann als Naturlyriker interessiert, andererseits dieser Mann auch ein Gymnasiallehrer war.

Was das Lehrer-Sein betrifft, so hat Lehmann es leider gehasst, obwohl er ein recht guter und bei den Schülern ziemlich beliebter Lehrer war. Den Zwiespalt zwischen Künstlertum und Brotberuf kenne ich in abgeschwächter Form (da ich ja kein hauptberuflicher Künstler geworden bin).

Lehmann litt auch unter seinen Beziehungen zu Frauen, die sich als schwierig gestalteten, zumal er ein Mensch war, der die Einsamkeit für sein Schaffen brauchte und es liebte, weite Spaziergänge in die Natur zu machen, allein.

Seine erste Frau war 15 Jahre älter als er, und die Ehe ging nicht lange gut. Sein Sohn aus dieser Ehe blieb ihm zeitlebens entfremdet.

Die zweite Frau spielte dann die Rolle der treu sorgenden Gattin, die nicht nur souverän den Haushalt in Schwung hält, sondern auch Sekretärin und Managerin ihres Künstlergatten ist und ihm trotzdem alle Freiheiten, die er braucht, gewährt. So konnte er schließlich allein Urlaub machen, sei es verkrochen in einem Klause in einem Holsteiner Dorf, sei es als Italienreisender. Zwei weitere Kinder gingen im Abstand von zehn Jahren aus dieser zweiten Ehe hervor, ein – renitenter – Sohn (der aber später eine patente Frau heiratete, mit der Lehmann gut auskam, und dem Vater schließlich einen Bundalow in Eckernförde baute) und eine ergebene Tochter namens Agathe.

Lehmanns Werk teilt sich in zwei Phasen: Die Frühphase mit den Romanen, die Spätphase mit den – ungleich berühmteren – Gedichtbänden.

Außerdem wurde Lehmann in den Vierziger- und Fünfzigerjahren ein gefragter Essayist und Vortragender, woraus eine Reihe von Essaybänden hervorging.

Scrase, David: Wilhelm Lehmann. Biographie. Wallstein-Verlag, Göttingen, 2011. 438 Seiten.

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