Peter van Straaten: Uit m’n hoofd. Zeichnungen.

Ausnahmsweise kein Bild von mir, sondern eines von Peter van Straaten aus seinem Buch, eines seiner Studios darstellend. / This time not a picture by me but by Peter van Straaten, showing one of his Amsterdam Sstudios.

Ausnahmsweise kein Bild von mir, sondern eines von Peter van Straaten aus seinem Buch, eines seiner Studios darstellend. / This time not a picture by me but by Peter van Straaten, showing one of his Amsterdam Sstudios.

(If you want to read an English version of this entry, scroll down.)

Mein ältester Sohn hat in Amsterdam in einem Antiquariat ein wunderbares Buch mit lauter meisterhaften Federzeichnungen gekauft, in das ich mich sofort verliebt habe. Großherziger Mensch, der er ist, hat er mir das Buch dann bei passender Gelegenheit geschenkt.

Ich kann zwar nicht Holländisch, das macht aber bei diesem Buch nichts, denn die einzigen Texte sind Titel, Inhaltsverzeichnis und Bildunterschriften, und da lässt sich leicht erschließen oder erahnen, was es bedeuten soll.

Das Buch beginn mit Bildern aus Arnhem, vom Schulweg. Er führte über die Thomas a Kempislaan, eine Allee offenbar im vorstädtischen Bereich. Google maps sagt mir: Arnhem liegt in der Nähe von Nijmwegen, also nicht weit von der deutschen Grenze. Im Kapitel „Schulweg II“ zeichnet van Straaten, wie er von drei größeren „Rotjongens“, also Rotzbuben, niedergeschlagen wird, so darf man zumindest vermuten, denn man sieht das ganze aus der Perspektive des Opfers, auf das zum Schluss einer der Burschen herunterschaut. Hiebei handelt es sich vielleicht wirklich um eine Kinheitserinnerung des Zeichners.

Es folgt ein Kapitel „Menschen“, wo wir Lehrerkollegen sehen. Van Straaten, der zehn Jahre am Staatlichen Gymnasium Arnheim unterrichtete, zeigt sich hier als Meister der Charakterisierung vor allem älterer Menschen.

Dann kommt „Lisbeth Bos“ an die Reihe, offenbar eine von fern verehrte junge Dame. Der Voyeur van Straaten schaut ihr zu, wie sie nach Hause radelt, im Garten mit dem Hund spielt, Eis läuft oder im Bus sitzt.

Nach einem Kapitel über die verschiedenen Künstlerkammern in Amsterdam (immer im dritten oder vierten Stock mit Mansarde) folgt eines über seine verschiedenen VermieterInnen, die nicht immer angenehm waren.

Das nächste Kapitel widmet sich dem Thema „Kaffeehaus“, wo wieder äußerst treffende Szene zu sehen sind, gefolgt von „betrunkenen Künstlern“, worunter in erster Linie Lebenskünstler zu verstehen sind, die den Tag an der Theke verbringen, und zu guter Letzt darf der Betrachter einen Blick in die „Kunsthochschule“ tun, wo man gemeinsam nach Modell zeichnet oder die Arbeiten begutachtet.

Ein Hochgenuss.

Ich bemühte inzwischen den allwissenden Gott „GOogle“, um mich über Peter van Straaten „schlau zu machen“, und bekam heraus, dass er einer der bekanntesten holländischen Cartoonisten ist. Auf seiner Homepage kann man seine Veröffentlichungen bestellen, u. a. zahlreiche Cartoon-Bände und einige Romane. Davon gab es auch die Agnes-Trilogie auf Deutsch bei Piper.

Außerdem bietet van Straaten jährlich einen Cartoon-Kalender an, den von 2013 kann man sich als iPhone-App um 5 Euro herunterladen, was ich tat. Täglich kann ich mich nun an einem van-Straaten-Cartoon mit holländischem Untertitel erfreuen. Vorausblättern kann man nicht, wohl aber bis zum Jahresbeginn zurück. Höchst vergnüglich, wenn man daneben ein Holländisch-Deutsch-Wörterbuch geöffnet hat (z. B. im Internet das „woxikon“).

And now in English:

My oldest son bought at an Amsterdam antiquarian bookshop a wonderful book full of masterly drawings with which I fell in love instantly. Generous man as he is, he gave me the book as a present.

I don’t speak Dutch, but that does not matter with this book as the only texts are the title and the subtitles of the drawings, and the meaning you can easily guess.

The book starts with pictures of Arnheim, of the way to school. It led via Thomas a Kempislaan, an alley in a suburban aerea. Google maps tells me: Arnheim is situated near Mijmwegen, not far from the german border.

In the chapter „way to school II“ van Straaten shows how he was attacked by some bad guys, so called „Rotjongens“, who beat him down, at least you see the attacker from the perspective of the attacked. Maybe this are memories of the childhood of the artist.

There follow a chapter „men“, where we see his colleagues in school. Van Straaten, who taught at the Arnheim public school for ten years, is a champion in characterizing – mostly elderly – people.

Then comes „Lisbeth Bos“, obviously a young lady he adores from afar. Voyeur van Straaten observes her cycling home, playing with her dog, iceskating oder sitting in the bus.

After a chapter about his different studios in Amsterdam (always in the third or fourth floor) follows one about his landlords, who were not always pleasant people.

The next chapter deal with the „coffee house“, showing again very lively scenes, followed by „drunk aristis“, i. e. „life-aristis“ who pass their day at the counter of a pub. And at last the spectator may have a look into the art-school, where the students are drawing models or are discussing their drawings.

A pleasure!

I googled „Peter van Straaten“ and found out, that he is one of the most famous dutch cartoonists.

He published cartoon-books and novels, but also calendars. The 2013 calendar you can download as an iphone-app, what I did. There is a van-Straaten-cartoon every day.

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