Campanario: Urban Sketching

Wolfgang Krisai: Würstelstand bei der Albertina in Wien. Typisches Beispiel für Urbansketching, einer Betätigung, der ich schon seit Jahrzehnten nachgehen, als es den Begriff noch gar nicht gab. Diese Zeichnung stammt vom 1. April 2013.

Wolfgang Krisai: Würstelstand bei der Albertina in Wien. Typisches Beispiel für Urbansketching, einer Betätigung, der ich schon seit Jahrzehnten nachgehen, als es den Begriff noch gar nicht gab. Diese Zeichnung stammt vom 1. April 2013.

Dieses Buch musste ich haben, ist doch Zeichnen im Städtischen Raum seit Jahrzehnten eine meiner Lieblingsbeschäftigungen. Seit 2008 gibt es den von Gabriel Campanario gegründeten Blog „urbansketching.org“, auf dem immer mehr Urbansketcher ihre Arbeiten präsentieren dürfen. Und nun hat Campanario ein Buch herausgebracht, wo 55 Orte in über 500 Zeichnungen von Urbansketchern präsentiert werden.

Diese Stadtansichten machen den Hauptteil des Buches aus. Davor gibt es eine Einführung, wie man Urbansketcher wird, was Urbansketching überhaupt ist und welche Mittel und Methoden es dafür braucht.

Wichtig ist der „Ehrenkodex“ der Urbansketcher: Die oberste Regel ist, die Zeichnungen vor Ort zu machen und nicht zu Hause nach Fotos. Und das Zweitwichtigste ist: Die Zeichnungen werden im Internet veröffentlicht. Jeder Sketcher soll seinen eigenen Blog anlegen. Der Urbansketcherblog selbst ist nur für geladene Gäste zugänglich.

(Ich habe mir das inzwischen im Internet angesehen. Interessante Sache. Ich hatte allerdings noch keine Zeit, mich ganz genau hineinzuvertiefen.)

Am Ende des Buchs gibt es noch einen thematisch aufgebauten Teil, wo die Skizzen nach Architektur, Natur, Innenraum, Veranstaltungsskizzen, Menschenskizzen, etc. geordnet sind.

Der Hauptteil hingegen ist geographisch aufgebaut, man folgt als Betrachter einer Weltreise durch alle Kontinente.

Das Schöne an dem Buch sind natürlich die vielen Zeichnungen, wobei deren Stil gar nicht so unterschiedlich ist, wie man erwarten könnte angesichts der Vielzahl der KünstlerInnen. Auch hier scheint sich so etwas wie ein „Bewegungsstil“ herauszubilden, der durch lockere Strichführung, mittleren Abstraktionsgrad und recht kräftige Farbgebung charakterisiert ist. Natürlich wird sich auch der Geschmack Camapanarios auswirken, der die Bilder ausgewählt hat.

Neben den Bildern stehen interessante Texte: Die KünstlerInnen werden vorgestellt, manchmal mit sehr persönlichen Bemerkungen, zu jedem Bild werden kleine „Gschichtln“ erzählt oder praktische Arbeitstipps gegeben. Es steht auch immer genau dabei, mit welchen Geräten auf welchem Papier wie lange gezeichnet wurde. Gerade die Zeitdauer ist ja nicht uninteressant.

Ein ermutigendes Buch, das nun einen wichtigen Platz in meiner Sammlung von Zeichenbüchern einnehmen wird.

Gabriel Campanario: Urban Sketching. Zeichnen und skizzieren unterwegs. Frechverlag, Stuttgart, 2012. Reihe: Topp. 320 Seiten, sehr viele farbige Abbildungen.

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