Longuet: Adresses fantômes und Antolini/Wilmet: Les demoiselles de Paris

Wolfgang Krisai: Ein "Pariser Fräulein" in der Buchhandlung La Hune. - In diser Buchhandlung, die inzwischen einen neuen Standort hat, kaufte mir meine Frau die Bücher.

Wolfgang Krisai: Ein „Pariser Fräulein“ in der Buchhandlung La Hune. – In diser Buchhandlung, die inzwischen einen neuen Standort hat, kaufte mir meine Frau die Bücher.

Meine Frau war eine Woche in Paris und brachte mir zwei Bücher mit:

Michel Longuet: Adresses fantômes. Grasset, Paris, 2013. 105 Seiten.

Aurélie Antolini (Text), Carole Wilmet (Zeichnungen): Les demoiselles de Paris metten les points sur les i. Pensées, humeurs et autres fantaisies. parigramme, Paris, 2013. 142 Seiten.

Die „Adressen fantômes“ sind ein Buch eines Illustrators, der sich auf den Weg gemacht hat, alte Wohnadressen einiger verstorbener Künstler in und um Paris ausfindig zu machen und dort zu zeichnen. Man sieht einerseits die Zeichnungen, ergänzt sind sie andererseits von kurzen Texten, die die Entstehungsgeschichte der Bilder erläutern und darüber informieren, wann der Künstler unter welchen Bedingungen dort gelebt hat. Das ist eine sehr ansprechende Mischung, die einen bei der Stange hält, auch wenn einen die Künstler vielleicht nicht immer übermäßig interessieren. Um welche Künstler handelt es sich?

Georges Mélies (der Filmpionier)

Berthe Sarrazin (eine Surrealistin)

Albert Marquet

Paul Gauguin

Eugène Atget (der Fotograf, der jene Stellen von Paris festhielt, die nicht der Haussmannschen Umgestaltung zum Opfer fielen)

Alexander Calder (der amerikanische Mobile-Künstler)

Samuel Beckett

Henri Michaux

Jean Follain (ein Dichter)

Longuets Zeichenstil: Die Bilder bestehen aus etwas verwackelten Konturen, sind mäßig abstrahiert, haben kaum je irgendwelche Schatten, nur manchmal gibt es Andeutungen von wie mit schwarzem Buntstift grau angemalten Schattenzonen. Dafür sind die Ziegel von Ziegelwänden wirklich alle gezeichnet.

Sehr interessantes und lesenswertes Buch.

Der Zeichenstil des anderen Buches, das auch aus Bildern und Aphorismen besteht, entspricht dem Genre der „Chicklit“: schön realistische Formgebung, aber starke Vereinfachung der Farbe und der Linien. Nett anzusehen.

Die Lektüre gab mir mäßig Französischsprechendem allerdings manchmal Rätsel auf, denn zu jedem Bild gibt es einen humoristischen, aphorismenhaften Spruch. Und die versteht man eben nicht immer. Großteils zum Glück aber schon, sodass die Lektüre ein Genuss war, der immer wieder zum Lachen gebracht hat.

Beide Bücher sind zu neu, um bereits auf Deutsch erhältlich zu sein. Außerdem ist es sehr fraglich, ob sie je auf Deutsch erscheinen werden…

Advertisements

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Kunstbücher

Eine Antwort zu “Longuet: Adresses fantômes und Antolini/Wilmet: Les demoiselles de Paris

  1. Das klingt ja nach zwei sehr schön ausgewählten Mitbringseln : )

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s