Gwendolyn Leick: Frankstraße 31

Auf der Buch Wien 2021 empfahl mir Herr Hammerbacher von der Edition Korrespondenzen wärmstens dieses Buch der in den 70er-Jahren nach England ausgewanderten Steirerin. Es ist nicht ihr erstes, aber ihr erstes auf Deutsch geschriebenes Buch.

In kurzen Kapiteln erzählt es über jenes Haus in der Frankstraße 31 in Graz, in dem die Autorin ihre Jugend verbrachte. Ihr Vater, ein Landarzt, war bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, die Mutter übersiedelte daraufhin mit den drei Kindern nach Graz in die größte Wohnung eines Mehrparteienhauses. 

Als Kind und Jugendliche erlebt man so ein Haus auf ganz spezielle Weise und hat daran natürlich auch viele Erinnerungen. Diese bilden einen wesentlichen Teil des Buchs, werden aber durch über das Gebäude extra recherchierte Informationen aufs Beste ergänzt, sodass man einen sehr guten Eindruck von dem Haus bekommt. Die Beschreibung beginnt – nach einleitenden Kapiteln – im Keller und arbeitet sich Stockwerk für Stockwerk bis zum Dachboden hinauf. Die Wohnungen der anderen Mieter*innen werden weniger genau beschrieben, da fehlte ja der nötige Einblick, doch die eigene Wohnung wird Raum für Raum vom Vorzimmer bis zur „Speis“(der Speise- oder Vorratskammer) wiederum in einzelnen Kapiteln detailliert behandelt. Obwohl es nur eine einzige Abbildung (einen Aufriss aus den ursprünglichen Architekten-Zeichnungen) gibt, habe ich im Nachhinein das Gefühl, das Buch müsse voller Abbildungen gewesen sein.

Leick, Gwendolyn: Frankstraße 31. Raumprosa. Reihe Konnex. Edition Korrespondenzen, Reto Ziegler, Wien, 2021.  126 Seiten, 1 Abbildung.

Bild: Wolfgang Krisai: Stadthäuser, Hofseite. Tuschestift, Buntstift, 2014.

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3 Kommentare

Eingeordnet unter Österreichische Literatur, Sachbuch

3 Antworten zu “Gwendolyn Leick: Frankstraße 31

  1. Gerda von Troyer

    Uli hat in der Frankstraße einen Teil seiner Studentenzeit verbracht, darüber könnte er auch einiges erzählen – vorallem haben wir uns dort 1979 kennen gelernt!
    Soviel zur Grazer Frankstraße!
    Ganz liebe Grüße, Gerda

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  2. Danke für die Buchlektüre und das schöne Kompliment an die Autorin:
    „Obwohl es nur eine einzige Abbildung (einen Aufriss aus den ursprünglichen Architekten-Zeichnungen) gibt, habe ich im Nachhinein das Gefühl, das Buch müsse voller Abbildungen gewesen sein.“

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