Blogphilosophie

Sind meine Beiträge Werbung?

Neuerdings ist zumindest auf Instagram aus Angst vor juristischen Abmahnungen eine Manie ausgebrochen, alle Postings, wo auch nur im entferntesten ein fremdes Produkt gezeigt wird, als „unbezahlte Werbung“ zu kennzeichnen, oder als bezahlte, falls das Produkt z. B. eine Warenprobe des Herstellers war.

Um es ein für allemal klarzustellen: Mit zwei Ausnahmen (Fontane: „Jenseit des Tweed“ und „Buchumschläge der Weimarer Republik„), die mir vom Verlag als Rezensionsexemplare zur Verfügung gestellt wurden, habe ich alle hier rezensierten Bücher selbst gekauft oder von Verwandten und Freunden geschenkt bekommen. Es handelt sich also im Normalfall um „unbezahlte Werbung“.

Zugegeben, ich „werbe“ für die Bücher, denn über Bücher, die schlecht sind, schreibe ich nicht. Aber eine Rezension ist meines Erachtens trotzdem etwas anderes als „Werbung“. Sie ist das Produkt einer Auseinandersetzung mit dem gelesenen Werk und ein Dokument aus meiner Lesebiographie.

Warum ich das Ende der Bücher verrate

Eine Leserin meines Blog wunderte sich, warum ich in meinen Rezension auch das Ende der Bücher verrate.

Es ist meine „Blogphilosophie“, so über Bücher zu schreiben. Ich schreibe keine Klappentexte oder Zeitungskritiken, das sollen die Verlagsleute oder Kritiker machen, sondern meine Vorbilder sind eher Kindlers Literaturlexikon oder Reclams Romanführer. Bücher dieser Art (auch Schauspielführer) haben mich einst, als Jugendlichen, zum passionierten Leser von Literatur gemacht, und es hat mich nie gestört, dass ich aus solchen Führern immer schon wusste, wie ein Buch endet. Wer so etwas nicht wissen will, sollte eben Literaturführer und meinen Blog nicht lesen. Oder zumindest bei den Beiträgen rechtzeitig aufhören.

Noch einen Aspekt gibt es da zu bedenken: Ich finde es sehr gut, wenn mir jemand von einem Buch erzählt, und zwar alles, weil ich es dann nicht mehr unbedingt lesen muss. Klingt seltsam, hat seinen Grund aber darin, dass ich gerne auch über Bücher Bescheid weiß, die ich nicht lesen werde – weil ich Wichtigeres zu lesen habe, mir die Zeit fehlt oder mich das Buch nicht ganz so interessiert.

Meine Zeichnungen

Um nicht erst mühsam die Veröffentlichungsrechte von Buchumschlägen einholen zu müssen, stelle ich meinen Rezensionen jeweils eine eigene Zeichnung voran, die irgendwie in einem Zusammenhang mit dem besprochenen Buch gesehen werden kann. Wer weitere Zeichnungen von mir sehen möchte, kann dies auf meinem Instagram-Feed tun: @wkrisai

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2 Antworten zu “Blogphilosophie

  1. Finde ich gut. Große Kunst ist unspoilerbar. Wenn ich das Ende der 9. Synphonie kenne, ist doch nicht der Anfang verdorben. Gleiches erwarte ich auch von Literatur.

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